Unterwegs in einem anderen Kosmos

universe-1044107_1920Nein, dieser Beitrag zum Sonntag hat nichts mit Esoterik oder Astronomie zu tun. Schule ist für mich ein soziales und komplexes Geflecht – ein eigener Kosmos oder auch eine ganz eigene Welt, die einen komplett einsaugen kann. Heute will ich einfach mal die letzten Wochen und letzten Beiträge Revue passieren lassen uvm.

Zunächst möchte ich mich bei den Lesern bedanken, die mit ihren Kommentaren diesen Blog für mich lohnenswert machen, wie auch bei den lieben „Verfolgern“ auf Twitter, die meine Beitrage teilen und liken. Grandios! Weltklasse! Einsame Spitze! Danke.
Worum geht es heute? Ich habe die letzten Beiträge von mir alle angeguckt und habe bemerkt, dass zeitweise ein negativer Unterton mitschwingt. Besonders deutlich wurde mir dies, durch das Feedback meiner lieben Abonnentinnen und Abonnenten. Ich denke, ich sollte das nochmal klarstellen. Schule ist gar nicht so schlimm. Auch nicht das Referendariat. Gegenteilig muss ich sagen, dass es mir eigentlich Spaß macht. Sollte ich wirklich so frustriert sein, sollte ich mir ernsthaft überlegen, ob der Beruf bis zur Rente der richtige ist. Von Kollegen und Fachleitern bekomme ich schöne Rückmeldungen, die mich motivieren und wenn ich ehrlich bin, ich weiß wofür ich das alles mache: Es ist einfach hammer! Ich wollte Lehrer werden, wegen all dem, was ich jetzt mache. Ich will (Co-)Klassenlehrer sein, jungen Menschen einen Weg sowie Optionen aufzeigen, dem Kollegium helfen und ein „Junge“ (Kein MÄDCHEN! Ganz wichtig!) für alles sein.
Mehr und mehr gehe ich mit den Dingen auf meine Art um und ich glaube, das tut mir gut. Genau deswegen bin ich auf dem richtigen Weg. Ich bin zur Zeit auf  dem Weg zur Selbstfindung und kriege immer mehr Bestätigung und daran habe ich die letzten Beiträge nicht gedacht. Ich habe damit eine schöne und positive Schlussfolgerung für mich selbst gezogen.

Dennoch merke ich, dass ich öfter aus dem Kosmos Schule fliehen muss. Vermutlich ist darin auch meine Abstinenz vom Blog ein wenig begründet. Immer mehr habe ich in der letzten Zeit im Freundeskreis und in der Familie den Finger wie ein Lehrer gehoben. Lehrende/leerende Worte. Ganz oft will man sich einfach nur „leeren“, weil man nur noch Schule im Kopf hat, und geht damit allen Menschen auf den Keks.
Der Abstand vom Blog und Twitter tat mir gut. Der Abstand von der Schule sowieso. Ich bin mit Vor- und Nachbereitungen gut 35-40 Stunden die Woche mit Schule beschäftigt. Ich bin mit Herz und Seele dabei. Ich nehme mir Probleme meiner SuS zu Herzen und denke oft nach. Ich nehme Sorgen und Probleme auch mit nach Hause. In einigen meiner Beiträge habe ich es oft gesagt und möchte es hier betonen: Jetzt bin ich mittendrin und zu keinem Zeitpunkt war es so deutlich, dass ich auch wieder in meinen alten Kosmos zurückkehren muss, um glücklich zu sein. Also Abstand vom Blog. Musik an. Musik aus. Eigene Musik gemacht. Ich bin wieder mit meinen Jungs unterwegs gewesen, habe Musik gemacht, Sport getrieben und habe einfach gelebt. Das brauche ich einfach, um meinen Job auf meine Art und Weise zu machen und meine Identität zu behalten. Ich denke meine Persönlichkeit in der Schule ist stark von meiner privaten geprägt. Das ist auch gut so! Das Feedback wäre garantiert anders ausgefallen, wenn ich mich in der Schule verliere und ein Zombie werde. Gehirne werden ja schon genug gefressen… Zum Glück bin ich kein Mathelehrer.

An die Referendare unter uns: Egal, wie sehr ihr an Schule hängt oder wie wichtig es auch ist, weil ihr Angst habt zu versagen, macht weiter mit eurem Leben! Wenn ihr für den Job gemacht seid, habt ihr es nicht nötig 24/7 nur noch von Schule zu leben. Geht raus. Lebt euer Leben. Lebt in eurem Kosmos und traut euch auch mal die Tür zu schließen, die zur Schule geht. Wir sind alle (so hoffe ich) tolle Menschen, weil wir eine besondere Passion innehaben. Wir müssen diese Menschen bleiben, die wir sind, damit wir in 10 Jahren nicht so sind wie die Lehrer/innen, die wir immer gehasst haben. Ist nur eine Vermutung. Vielleicht berichte ich in 10 Jahren auf diesem Blog, wie ich darüber denken werde. Vielleicht auch nicht. Jetzt ist aber auch Schluss!

In diesem Sinne, schöne Ferien noch!

PS: Ich war jetzt genug in meinen Gefilden unterwegs. Ich glaube, ich werde wieder mehr bloggen. 😉 Du hast einen RS-Fehler gefunden? Behalte ihn! Ich hatte jetzt einen Stapel arbeiten korrigiert. Ich habe keine Lust mehr zu lesen!

Der Tag danach

crescent-lake-1181517_640 (1)Wer vorgestern meinen Beitrag „Durchgreifen“ gelesen hat, weiß wie ich zu kämpfen hatte. Am gestrigen Tag traf ich wieder auf die Klasse. Wieder alleine. Beim Betreten der Klasse begrüßten mich einige SuS, als wäre nichts gewesen. Glück gehabt, denn ich wollte auch nicht, dass die Beziehung endgültig gestört ist. Wie ging ich jetzt mit der Situation und dem Vortag um?  „Der Tag danach“ weiterlesen

Durchgreifen

explosion-1325471_640Eigentlich wollte ich eine gewisse Frequenz einhalten und nur am Wochenende schreiben bzw. Beitrage posten, aber der heutige Tag lässt es nicht anders zu. Heute war für mich der Tag des Arschlochs. Ich hatte nicht einmal Lust dazu, aber ich musste richtig fies werden. Am Ende blickte ich in enttäuschte Augen. Teils waren sie wohl auch wegen mir enttäuscht, aber auch wegen sich selbst. Was war geschehen…  „Durchgreifen“ weiterlesen