Medien in der Schule

icon-1328421_640Wie die oder der eine oder andere vielleicht schon mitbekommen hat, war ich Mitarbeiter an einer Hochschule im Bereich Medienkompetenz für Bildung und Schule. In den ersten Wochen, die ich in der Schule verbringen durfte, legte ich somit einen besonderen Fokus auf die mediale Ausstattung. 

Ich hatte eigentlich gedacht, dass es in Schule moderner geworden ist. In einem Bruchteil der Fälle mag das wohl auch so sein, aber nicht bei mir und meinen jungen Kollegen aus dem Seminar. Okay, es gibt Computerräume, tragbare Beamer sowie Schul-Laptops, aber vieles ist nicht ganz zu Ende gedacht. Im Computerraum befindet sich auch gleichzeitig der Server(-„Schrank“). Ein Brocken. Das Ding ist so laut, man könnte meinen ein Kampf-Jet steht im Klassenzimmer. Da bleibt auch der Beamer unter der Decke nur ein nettes Nebenaccessoire. Was will man schon mit Ton zeigen, ohne entsprechende Lautsprecher?!
Von den tragbaren Beamern war ich vorab sehr angetan. Über den fehlenden HDMI-Eingang konnte ich hinweg sehen, aber die Räumlichkeiten und Funktionen der Geräte erlauben keinen „perfekten“ Einsatz. So musste ich mir mit einer Tisch-Stuhl-Konstruktion helfen, um ein halbwegs gutes Bild an der Wand projizieren zu können. Viele Wände eignen sich auch nicht gut, da sie in Farben gestrichen sinn oder an ihnen hängt jegliches Gedöns. Und da sind noch die Schul-Laptops. Windows XP. Mehr sage ich dazu nicht. Ich konnte nicht mal mein Tablet mit Stiftfunktion mit HDMI-Ausgang an dem Ding anschließen.

Kurz gesagt: Die Ausstattung an vielen Schulen ist zum jetzigen Zeitpunkt so, wie sie vor 10 Jahren hätte sein sollen. Gegenwärtige Problemstellungen wie Sicherheit und Gesetze im Web, Social Media und Co. sind nicht einmal wirklich ein Thema. Eine Negierung digitaler Medien führt dazu, dass die Kollegen sich selbst gar nicht erst damit auseinander setzen müssen.
Viele laufen jetzt da her und möchten den Kollegen älteren Baujahrs die Schuld geben. Nein! Auch die jungen Kollegen sind zum Teil nicht mit der neuen Technik angemessen vertraut. Bisschen Facebook und Office machen eben keinen Fachmann. So kommt es auch dazu, dass Medien angeschafft werden und der mögliche Einsatz im Vorfeld nicht genügend reflektiert wird. Hauptsache man besitzt die Geräte. Die Magie kommt schon alleine aus der Zauberbox und die räumlichen Rahmenbedingungen sind dafür schon irgendwie geschaffen. Vorsicht: Ironie!

Ich sehe da viel vergeudetes Potential, das einfach so verschenkt wird. Eine Ablehnung und gar nicht korrekte Nutzung digitaler und moderner Medien führt dazu, dass SuS ebenfalls einen unreflektierten und nicht sachgerechten Umgang erlernen. In künftigen Beiträgen, werde ich dazu vertieft eingehen und diverse Bereiche der Medienerziehung und -Bildung thematisieren, um so den Kolleginnen und Kollegen, die meinen Blog lesen, Anreize zu geben. Und jetzt geht es in das Freibad!

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Ein Gedanke zu “Medien in der Schule

  1. Du gibst perfekt das Bild wieder, welches deutsche Schulen häufig zeigen in Bezug auf Medien und deren Nutzung bzw. Ausstattung. Bei uns gibt es sogenannte Medienkoffer. Darin sind Laptop, Lautsprecherboxen und Beamer enthalten. Die Nutzung an sich simpel, trotzdem kommen viele Kollegen nicht zurecht und zerstören nebenbei gewisse Materialen. Das i-Tüpfelchen ist das Abstellen des Koffers im Medienraum ohne Angabe des Defekts und ohne Mitteitlung, das was repariert werden müsste. Ärgerlich für den nachfolgenden Nutzer. LG Ela☕

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