Eingangs- und Perspektivengespräch

meeting-1020228_640So nun, der versprochene Beitrag zum ersten Besuch. Bevor ich jetzt anfange, erkläre ich erst nochmal für die Leute, die es nicht kennen, was ein Eingangs- und Perspektivengespräch (kurz EPG) eigentlich ist. Das EPG ist ähnlich aufgebaut wie ein normaler Unterrichtsbesuch. In der Vorbereitung erhalten Seminarleitung, Mentor sowie Ausbildungsbeauftragte (kurz ABB) einen Prozessverlauf bzw. eine Unterrichtsskizze und alle Materialien, die für die Stunde relevant sind, per E-Mail zugeschickt. Am besten 1-2 Abende vorher. Wie ein Besuch eben. Nur anders. Das EPG als Nachgespräch dient dazu, die Fähigkeiten und Kompetenzen aus dem Kerncurriculum für die Lehrerausbildung zu betrachten und zu reflektieren, was kann ich eigentlich und was kann ich gar nicht. Benotet wird die gezeigte Stunde jedoch nicht. Wie war’s denn nun?

Also bei mir lief das Ganze etwas stressig ab. Ich erfuhr eine Woche vorher, dass ich noch bis zu den Sommerferien eine komplette Reihe selber planen sollte. Deutschunterricht und „Der kleine Prinz“. Autsch. Nachdem ich eine kleine Reihe mit unterschiedliche Medien etc. vorbereitet hatte, ging es an’s Eingemachte. Eine Stunde planen mit den drei E’s von Hilbert Meyer (Einstieg, Erarbeitung & Ergebnissicherung). War ok. Jetzt wusste ich, dass viele Fachleiter Wert auf viel Schi Schi legen. Unser Kernseminarleiter meinte, es sei von Vorteil, wenn wir diverse Visualisierungen gestalten, die als Leitfaden für das Nachgespräch dienen sollen. Ich kam zu folgendem Ergebnis:

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Es wurde ein Apfelbaum. Ernte einfahren. Welche Ressourcen möchte ich noch weiterentwickeln und ausbauen und welche Kompetenzen usw. besitze ich vielleicht jetzt schon. An dieser Stelle schon einmal die Empfehlung:  Vorab und am besten zu Beginn des Referendariats das Kerncurriculum für Lehrer/innen durchackern, sich selbst Beobachten und Feedback der Kollegen/innen einholen. Ganz wichtig! Selbstreflexion ist an dieser Stelle das A und O, um sich selbst für die kommende Zeit Ziele zu setzen, die einem auch einleuchten. Was bringt mir das, diverse Ziele formuliert zu bekommen, die ich nicht einmal nachvollziehen kann?! Nichts! Ich sollte mich selbst kennen, bevor ich gemeinsame Ziele formuliere. Dann sind die Erwartungen an mich für mich selbst klar und ich kann ggfls. Ziele individuell konkretisieren.

Das Nachgespräch war ganz gut. Durchweg sehr viel positive Rückmeldungen erhalten – Lehrerpersönlichkeit, gesunde Nähe und Distanz zu SuS, Begeisterung für das eigene Fach usw. Daraus ergeben sich auch für mich folgend wichtige Punkte für den Beruf:

  1. Nähe und Strenge müssen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Zum einem muss die Autorität spürbar sein, aber auch zum anderem Nähe erzeugt werden, um einen Zugang zu den SuS zu haben.
  2. Begeisterung für das eigene Fach. Im Ernst, ich hätte als Schüler auch keine Lust auf den Unterricht, auf den der Lehrer selbst keinen Bock hat.
  3. Struktur, Transparenz und Klarheit. Was lernen wir heute? Wie ist der Ablauf dazu? Was ist meine Aufgabe? Unterricht muss Sinn stiftend sein und muss für sich selbstredend sein. Wer macht schon gerne etwas, was keinen Sinn ergibt?!
  4. Störungen. Gibt es immer, aber man sollte nicht ständig darauf eingehen, weil dann stört der Lehrer selbst den Unterricht.
  5. Überzeugung und Selbstbewusstsein. Wenn dir das fehlt in deiner Rolle als Lehrkraft, dann kannst du eigentlich schon einpacken. Wer folgt schon Menschen, die nicht einmal selbst von sich überzeugt sind? KEINER!

Diese Liste könnte durchaus länger sein, aber das sind jetzt erstmal ein paar Punkte, die mir zu Beginn der Ausbildung bzw. des Referendariats wichtig und aufgefallen sind und durch das EPG mir deutlich wurden. Sicherlich lässt sich diese Liste ergänzen. Eventuell gibt es ja unter euch Lesern jemanden, die oder der in den Kommentaren ergänzen möchte?

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2 Gedanken zu “Eingangs- und Perspektivengespräch

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