Kraft tanken

running-1245640_640In den meisten Bundesländern ist das Referendariat verkürzt worden. In meinem Fall dauert das Referendariat inkl. 10 Unterrichtsbesuchen 18 Monate. Klingt nach viel Zeit?! Nein, nach sehr wenig Zeit! Die erste 1 1/2 Monate meines Referendariats vergingen wie im Flug. Man bekommt viele neue Eindrücke, lernt Unmengen an neuen Menschen kennen und muss sich all das, was man irgendwann im Studium gelernt hat, ins Gedächtnis rufen und für SuS aufbereiten bzw. „reduzieren“. Referendariat heißt, 18 Monate durchpowern. Wie gehe ich mit diesem Marathon um?

Ich merke bereits selber, wie sich Unruhen in mir breit machen. Ständiger Druck und Bewertungen gehören nun zu meinem Alltag. Seit ich im Referendariat bin, leide ich unter „Schlafentzug“. In der Nacht werde ich wach und drehe förmlich durch. Mir gehen 1000 Gedanken durch den Kopf. Wie unterrichte ich die Kinder? Bewerten mich Kollegen und Schulleitung gut? Wie mache ich das mit der Differenzierung? Wie bereite ich alles vor?! Ich drehe durch… … …

So habe ich mir das Referendariat vorgestellt. Teils lässt es sich bestätigen, aber so schlimm ist es echt nicht. Sicherlich reflektiert man oft die Tage in der Schule, macht sich Gedanken und will gute Arbeit abliefern. Wichtig ist es, dass Kraft zu tanken und sich Ruhe-Inseln zu schaffen. Hast du Hobbys? Verfolge diese weiter! Ich gehe z. B. 3x die Woche zum Kraftsport, d. h. jeweils 2 Stunden nicht an Schule denken und all den angestauten Stress in positive Energie umsetzen. Egal was unternommen wird, Abstand von der Schule tut gut.
Trefft euch mit Freunden! Immens wichtig. Sich mit Menschen umgeben, die man gern hat, bewirkt manchmal Wunder! Sorry, liebe Kollegen, aber Vorsicht: Hängt nicht mit anderen Lehrern ab. Zumindest nicht zu oft. Man heult sich nur gegenseitig was vor, wie hart und gemein die Zeit und die Schulen sind. Lehrer/innen haben die erstaunliche Fähigkeit sich gegenseitig in ein Loch zu ziehen, das sehr sehr sehr tief sein kann.

Heute möchte ich mich nur kurz fassen, aber worum ging es mir mit diesem Artikel? Lächelt, wenn ihr morgens zur Schule geht. Freut euch, wenn ihr nach der Schule nach Hause kommt. Genießt euer Leben und macht euren Job so, wie in jedem anderen Beruf. Es ist gar nicht so übel Lehrer/in zu sein. Gute und schlechte Arbeitsbedingungen gibt es überall, es kommt nur darauf an, was man daraus macht und was man in sein Privatleben einfließen lässt. À propos Bloggen hilft auch sehr gut, seinen Frust rauszulassen. Genießt eure Zeit außerhalb der Schule, dann wird es innerhalb nicht ganz so übel, wie alle immer nörgeln.

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4 Gedanken zu “Kraft tanken

  1. Ich kann dem letzten Absatz auch nur zustimmen. Einfach mal abschalten können ist eine wichtige Kunst, die gerade im Referendariat enorm wichtig scheint. Genauso wie das Besinnen auf das Positive. Das darf nicht zu kurz kommen, sonst geht man in dem System kaputt.

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