Ziele entwickeln – Eingangs- und Perspektivengespräch

destination-1285851_640Ich habe mich dieses Wochenende mit dem Eingangs- und Perspektivengespräch (kurz EPG) beschäftigt. Einige werden es kennen, andere aber auch nicht, daher erkläre ich kurz einmal, wozu dieses Gespräch dienen soll. Vor dem EPG muss der LAA zunächst einmal (selbst-)reflektieren. Dabei sollte man schon recht ehrlich zu sich selbst sein, denn durch das EPG sollen hauptsächlich Ziele für das Referendariat erarbeitet werden. Welche Ressourcen bringe ich mit und welche muss ich mir noch schaffen? Bei dem EPG wird ein fachfremder Seminarleiter zu einem nicht bewertbaren Unterrichtsbesuch eingeladen. Die im Vorfeld festgelegten Ziele werden mit der Seminarleitung anhand der gezeigten Stunde ggfls. gemeinsam konkretisiert und erweitert. Dabei werden mögliche Indikatoren, Etappen und Hilfestellungen besprochen und festgelegt. Wie bereite ich mich auf den Kram nun vor?

Als Grundlage zur Vorbereitung diente mir das sogenannte Kerncurriculum (Bsp. NRW). Das Kerncurriculum besagt, welche Kompetenzen ich am Ende meiner Ausbildung beherrschen sollte. Diese Kompetenzen sind bestimmten Handlungsfeldern zugeteilt (hier ist eine Übersicht).
Jetzt habe ich für mich alle Handlungsfelder und Kompetenzanforderung durchgearbeitet und überlegt, welche Kompetenzen bzw. welches Wissen konnte ich mir im Studium aneignen? Was konnte ich bereits im angeleiteten Unterricht und allgemein in der Schule in den letzten Wochen umsetzen? Welches Feedback habe ich vielleicht von Kollegen erhalten dürfen? Jetzt die Stunde der Wahrheit: Was kann ich überhaupt noch nicht? Wovon habe ich keinen blassen Schimmer? Das tut weh, aber muss sein! Sich eingestehen, was man nicht kann.

Das Ganze muss ich natürlich auch für mich festhalten. Ich habe mir für mich vier Punkte bzw. Überbegriffe herausarbeiten können: Fachwissen, soziale Interaktion, Förderung und meine eigene Rolle. Diese Punkte können völlig unterschiedlich ausfallen, da dies sehr individuell ist. In diese Punkte ordne ich alle Kompetenzen ein, die ich für meine kurz- sowie mittelfristigen Ziele als wichtig empfinde. Die eine oder andere gut ausgeprägte Kompetenz kann ich z. B. nutzen, um andere Kompetenzen weiterzuentwickeln. Oder sowas in der Art habe ich mir dabei jetzt gedacht. Korrigiert mich in den Kommentaren, wenn ich falsch liege! Diese Punkte bilden meine Aspekte, auf die ich jetzt eingehen werde.
Im Abschluss meiner Vorbereitung (und da bin ich noch etwas dran) erstelle ich mir ein Raster zur Visualisierung für mich und meine Gäste. Ich erstelle eine Unterteilung in folgende Spalten: Aspekte/Kompetenzen, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Entwicklungspotential, Ziele sowie Handlungsschritte. In den Zeilen fülle ich zu den jeweiligen Aspekten/Kompetenzen die anderen Spalten aus. Aspekte/Kompetenzen sind eigentlich selbstredend: Was bringe ich mit? Was fehlt mir? Da erwähne ich auch nur das, was mir persönlich zur Zeit bzw. am Anfang meiner Ausbildung am wichtigsten erscheint. In der Spalte Selbst- und Fremdwahrnehmung erläutere ich meine Einschätzung und notiere das Feedback, welches ich erhalten konnte. Beim Entwicklungspotential überlege ich mir, wo ich Entwicklungsbedarf habe. Die Ziele formuliere ich so, dass dieser Bedarf gedeckt ist. Zu den Zielen formuliere ich evtl. Indikatoren: Wie mache ich messbar, dass das Ziel erreicht ist? Für die Handlungsschritte formuliere ich mir Wege und Strategien, wie ich meine Ziele erreichen kann.

Ziele entwickeln ist wichtig?! Ich denke, jeder ist dazu gezwungen, aber wozu ist das denn eigentlich so gut? Wieso muss ich das selber tun? Das Studium zum Lehramt ist nicht allumfassend und nicht nah genug an der Praxis. Es besteht innerhalb des Studiengangs die Möglichkeit, Veranstaltungen und Module teils nach Interessen zu belegen. Im Referendariat entstehen so für die LAAs unterschiedliche Ausgangspositionen. Ich bringe andere Ressourcen mit als meine „Mitanwärter/innen“. Das ist auch gut so, dennoch muss man den letzten Ausbildungsabschnitt weiterhin als selbstständiges Lernen betrachten. Dies geschieht durch das Seminar im theoretischen und in der Schule im praktischen Sinne. Dabei werden individuelle Entwicklungsschritte besprochen, damit man am Ende eine vollwertige Lehrkraft in seiner jeweiligen Schulform ist.

Wie mein EPG ausgegangen ist und ob ich meine Gedanken zu diesem Thema neu ordnen musste, erfahrt ihr bald auf meinem Blog. Solltet ihr andere Meinungen und Gedanken dazu haben, schreibt mir in die Kommentare. Im nächsten Beitrag werde ich vermutlich auch mein Raster zum Download anbieten. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen. Rechtschreibfehler dürfen gefunden und wiedergegeben werden.

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4 Gedanken zu “Ziele entwickeln – Eingangs- und Perspektivengespräch

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