Der Sprung ins kalte Wasser

jetty-1053360_640„Willste nicht auch mal?!“ – Ja klar, will ich auch mal! Die ersten konkret „angeleiteten“ Stunden stehen nun an. Dieses Wochenende saß ich also kurze Zeit am Schreibtisch und habe mich mit der Planung und Strukturierung zweier Deutschstunden beschäftigt. Aufregung? Naja, vielleicht ein bisschen. Die größten Bedenken, die wohl uns alle treffen, hat die Planung inne. Oft ist man sich der Struktur einer Unterrichtsstunde nicht so bewusst. Sind wir mal ehrlich: Haben wir früher als SuS gedacht, dass Lehrer großartig planen? Nein! Stunden können jedoch sehr komplex sein. Dieser Artikel soll das Grundgerüst jeden Unterrichts darlegen und euch Anreize und Planungshilfen geben. 

Die wichtigsten Elemente einer jeden Stundenplanung zu kennen, hilft bei der Planung selbst. Zuerst sollte man sich Fragen, in welcher Unterrichtsreihe sich die Klasse zur Zeit befindet. Jede Stunde sollte in der Reihe klar „verortet“ sein. Daraus ergibt sich das Stundenziel. Was wollen wir heute erreichen?

Auf dem Weg zur Erreichung des Stundenziels überwindet man mit der Klasse sog. Phasen.  Die EEE’s von Hilbert Meyer sind eine gute Hilfestellung. Im Einstieg der Stunde werden z. B. Rituale durchgeführt und Organisationen besprochen. Was angeblich sowieso in den Unterrichtsbesuchen gut ankommt, ist eine Visualisierung des Verlaufsplan. SuS brauchen Transparenz, damit der Unterricht zu jedem Zeitpunkt logisch erscheint. Du magst es ja auch nicht, wenn der Einstieg wie auf dem Bild ins Ungewisse lenkt. Diese Phase soll signalisieren: „Hey, wir haben jetzt Unterricht, ihr Pappnasen!“
In der Phase der Erarbeitung wird quasi der Gegenstand der Stunde durchgeackert, um das Stundenziel zu erreichen. Es werden Aufgabenstellungen gegeben, die als Impulse zur Zielerreichung angedacht sind. Hier kann man aller Hand Methoden und Sozialformen anwenden, aber Vorsicht: Die ersten Stunden solltest du lieber „alltäglich“ gestalten und die SuS nicht didaktisch überreizen. In den schlimmsten Fällen sind die Methoden auch den SuS nicht bekannt und dann muss man sie erstmal dahingehend „dressieren“.
In der Phase der Ergebnissicherung sollte ein Konsens geschaffen werden. Dieser Konsens wird in der Regel im Plenumsgespräch erzeugt. Hierzu kann ein Tafelbild erstellt werden oder das Diskutierte in einer Aufgabe schriftlich von SuS festgehalten werden. Die Sicherung dient der Festigung und Wiederholung des in der Stunde generierten Wissens. Sicherlich gibt es noch etliche andere Methoden, aber die dürft ihr euch gern via Google zusammensuchen. Das Internet ist wirklich voll mit Methoden für die unterschiedlichen Phasen. Sonst gibt es da noch zwei nette Methodenbücher von Hilbert Meyer.

So jetzt noch ein paar Tipps, die mir für die erste geplante Stunde einfallen:

  1. Informiere dich beim Fachlehrer über die Klasse, gängige Methoden und die Verortung innerhalb Unterrichtsreihe.  Wenn du die Klasse und die ihnen bekannten Methoden kennst, bist du auf der sicheren Seite. Wähle dann für den Unterricht und jeweils für die Phase sinnvolle Methoden und Sozialformen. Eventuell musst du Angebote (Aufgaben) zur inneren Differenzierung schaffen oder für die didaktische Reserve erstellen. Achte darauf, dass jeder im Unterricht mitarbeiten kann und niemand einen Leerlauf hat. Leerlauf ist Nährboden für Störungen.
  2. Lege dir ein Raster an. Sofern du von deinem Seminar oder deiner Schule keine Vorlagen oder ähnliches bekommen hast, findest du bei Google unter „Unterrichtsskizze“ einige tabellarische Muster.
  3. Plane jeden Unterricht in Phasen. Gehe klein-gliedrig vor. Was dir aus der Uni als total einfach vorkommt, ist für die SuS nicht greifbar.
  4. Versuche kein methodisch-didaktisches Feuerwerk zu zünden. Begebe dich auf einen sicheren Pfad und benutze Methoden, in denen du dich sicher fühlst. Ich glaube, ich werde viel im Plenum besprechen und mit dem Buch arbeiten. So kenne ich es aus der Uni und ich bekomme ein Gefühl für die Klassen.
  5. Wenn es soweit ist, lebe deine Rolle. Hab‘ keine Angst zu versagen. Die SuS als als sog. Stakeholder haben eine Erwartung an deine Rolle. Sie wissen, dass du zum Unterrichten erscheinst. Leg‘ dir deine Planung als kleinen Spicker auf den Tisch! Du solltest auf jeden Fall deinen Unterricht kennen! Unsicherheit wird sofort von SuS entlarvt und möglicherweise ausgenutzt.

Gerne könnt ihr mir Anregungen und Kommentare hinterlassen. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie mir auch gerne zurückgeben. Ich habe das jetzt einfach mal so als Gedanken aufgeschrieben. Dazu gebe ich folgenden Literaturtipp, den ich selbst bislang leider nur überflogen habe: „Leitfaden Unterrichtsvorbereitung“ von Hilbert Meyer.

 

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6 Gedanken zu “Der Sprung ins kalte Wasser

      1. Naja, eigentlich nichts; das Trauma ist wohl eher hausgemacht – so kurz vorm Abschlusskolloquium verfolgt er mich bis in meine Träume 😀

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      2. Ok, dann ist das eher für ihn sprechend! Ich wünsche viel Erfolg! Wo machst du dein Ref? Evtl. magst du mal einen Gastbeitrag auf meinem Blog hinterlassen. Impressionen und eine kurze Abrechnung über deine Erfahrungen.

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      3. Danke sehr ^^
        Ich weiß noch nicht wo sie mich hinschicken, mit ein bisschen Glück bleibe ich hier im westlichsten Westen von NRW 😀 Aber ich berichte dann gerne ^^

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